Was ist Shark Finning?

  • Shark Finning nennt man das Abschneiden von Haiflossen, oft noch bei lebendigem Leib. Der Rumpf des Haies wird dann üblicherweise als überflüssiger Ballast wieder ins Wasser geworfen. Der Hai erleidet als lebendiger Kadaver einen langsamen Tod: Unfähig zum Schwimmen blutet er langsam aus. Die Flossen machen nur knapp 14 Prozent des Gesamtgewichts eines Haies aus, bringen auf dem internationalen Markt aber wesentlich mehr ein als Haifleisch.
  • Shark Finning wird stets auf hoher See erledigt, damit die Fischer nur die Flossen transportieren müssen und keine Kühlvorrichtungen notwendig sind. Haifleisch gilt als wertlos, folglich gibt es keinen Grund, die schweren Körper lang zu transportieren, bevor man die Flossen heraustrennt.
  • Jeder Hai wird gefangen, egal welches Alter er hat, welche Größe oder welche Art.
  • Langleinenfang ist die am weitesten verbreitete Art des Fischens nach Haien.
  • Shark Finning wird an sehr vielen Küsten zahlreicher Länder praktiziert, ist größtenteils ungeregelt und unkontrolliert.
  • Shark Finning hat in den letzten zehn Jahren enorm zugenommen, so wie sich auch die Nachfrage nach Haiflossen (für Haiflossensuppe oder traditionelle Heilmittel) stark erhöht hat. Gleichzeitig hat sich auch die Fischfang-Technologie den verbesserten Marktbedingungen angepasst.
  • Haifisch-Experten schätzen, dass jährlich ûber 100 Millionen Haie ihrer Flossen wegen getötet werden.
  • Ein Pfund getrockneter Haiflossen kann im Einzelverkauf bis zu 300 US-Dollar erzielen. Es ist eine milliardenschwere Industrie.

Auswirkungen des Shark Finning

  • Verschwinden aller Hai-Populationen. Experten schätzen, dass durch das Langleinen-Fischen in weniger als zehn Jahren zahlreiche Hai-Arten endgültig ausgestorben sein werden.
  • Fischfang kann in dieser Quantität nicht unbegrenzt aufrecht gehalten werden. Da keinerlei Selektion stattfindet, welche Haie überhaupt nur gefangen werden sollen und einfach alle Arten verbraucht werden, werden selbst große Populationen schnell verringert. So rasch, dass sie sich auch nicht mehr ausreichend fortpflanzen können.
  • Bedrohung des stabilen maritimen Ökosystems.
  • Verlust von Haien als Nahrungsmittel für viele Entwicklungsländer.
  • Große ausländische Fischereifirmen bedrohen den traditionellen Fischfang, indem sie die kurzerhand in deren Gewässer eindringen.
  • Eine sinnvolle Sammlung an artenspezifischen Daten der Haie, die für die Einführung eines kontrollierten, nachhaltigen Fischfangs notwendig wären, wird verhindert.

Und wo sind die Gesetze gegen Shark Finning?

  • Jedes Land mit einer Küstenlinie ist verantwortlich für die Gesetzgebung und sämtliche Verordnungen, die den Fischfang in den eigenen Gewässern betreffen.
  • Einige Nationen haben Shark-Finning-Gesetze. Nur wenige Länder verlangen etwa, dass die Haikadaver nur mit Flossen an Land gebracht werden dürfen. Restriktionen eingeführt haben bereits Kanada, Brasilien, USA, Spanien und Costa Rica. Gewisse Einschränkungen des Hai-Fangens gelten auch in Südafrika, England, Mauretanien, Mexiko, Malta, Namibia, Oman, den Philippinen und Israel.
  • Gemäß der Hai-Kommission der IUCN (World Conservation Union) ist die einzige Möglichkeit, das endgültige Verbot des Shark Finnings durchzusetzen, die Forderung, dass die Kadaver nur mit Flossen an Land gebracht werden dürfen. Der Besitz von Flossen ohne Körper wäre demnach illegal.
  • Shark Finning verletzt die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aufgestellten Regeln für verantwortungsbewussten Fischfang.
  • Shark Finning widerspricht dem international gültigen Plan der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zur Erhaltung der Haie.
  • Die Versammlung der Vereinten Nationen zum Handel gefährdeter Arten von Flora und Fauna (Convention on International Trade in Endangered Species ­ CITES) listet inzwischen viele Haiarten wie den Walhai, den Katzenhai, den Großen Hammerhai, den Blauhai und den Großen Weißen Hai als sehr gefährdet auf, solange der Handel nicht kontrolliert wird. Bis heute waren 169 Nationen damit einverstanden, sich den Vorgaben der CITES per Gesetz zu verpflichten.